Jahreshauptversammlung und Ehrungen

Sie sind 365 Tage im Jahr im Einsatz, da gibt es viel zu berichten: Rückblicke, Ausblicke und eine ganz besondere Ehrung standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schongau.

Als „undankbaren Job“ bezeichnete Vorstand Daniel Mahl die Vorbereitung seines jährlichen Berichts, denn immerhin sei er 2016 gerade einmal 176 Tage im Amt gewesen. Doch so unspektakulär, wie seine erste zehn-sekundige Zusammenfassung der Ereignisse glauben machen wollte, war diese Zeit dann doch nicht. Zumal auch heuer schon einiges passiert ist bei der Feuerwehr. Da wäre zum einen der Um- und Ausbau des neuen Versorgungsfahrzeugs zu nennen, der den Vorstand einiges an Nerven gekostet hat, bis es gerade noch rechtzeitig zur Segnung fertig wurde. Und der Umbau der Fahrzeugbox 11, die „mit tatkräftigem Einsatz unserer Kameraden und Zimmerermeister Franz Dietrich realisiert werden konnte.“

Es war auch manches liegen geblieben im vergangenen Jahr aufgrund der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum. Oder wie es die Floriansjünger seitdem nennen: „Das Fest“. So habe es nach eben diesem Fest und der verschobenen Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Juli sehr lange Sitzungen gegeben, in denen auch die eine oder andere unangenehme Entscheidung getroffen werden musste. Eine der schwersten war der Verzicht auf den traditionellen Feuerwehrball. „Doch ich verspreche euch, den wird es wieder geben. Nur muss er nach unserer Meinung eine ganz neue Form bekommen“, versicherte der neue Vorstand.

„Das Fest“ stand auch im Mittelpunkt der Berichte des Schriftführers Andreas Mock und des neuen Kassenwarts Christian Birke. Dass man mit einer „schwarzen Null“ abschließen konnte, sei für alle eine Erleichterung gewesen. „Und weil das so gut gelaufen ist, konnten wir auch, mit Unterstützung der Stadt, unseren Fuhrpark noch einmal erweitern“, freute sich Birke auf die bevorstehende Fahrzeugweihe.

Dass eben dieses Fahrzeug, von Mahl passend „rollende Werkzeugkiste“ genannt, künftig eine wichtige Rolle spielen wird, unterstrich auch Kommandant Werner Berchtold in seinem Bericht. Denn von den insgesamt 141 Einsätzen im vergangenen Jahr wurden die Schongauer Floriansjünger 61 Mal zu Bränden gerufen. Allerdings handelte es sich dabei über 30 Mal um Fehlmeldungen von Brandmeldeanlagen. „Wenn die Rauchmelder ab 2018 Pflicht werden, werden es noch mehr werden“, vermutete Berchtold. Und hier kommt die fahrende Werkzeugkiste ins Spiel: „Oft rufen uns Nachbarn, weil ein Melder losgeht. Vor Ort versuchen wir dann, die Lage richtig einzuschätzen, und wenn möglich auf den Hausbesitzer zu warten. Wenn das nicht möglich ist, müssen wir die Tür öffnen oder uns anderweitig Zutritt zum Haus verschaffen.“ Und hierzu befindet sich im neuen Fahrzeug das passende Equipment. Das Thema „Rauchmeldeanlagen“ wird auch den Tag der offenen Tür dominieren, der heuer wieder stattfinden soll.

Für einige Lacher sorgte Werner Berchtolds Zusammenfassung der „Ersatzbeschaffungen“, die nicht nur Fahrzeuge, sondern auch den Wechsel beim Gerätewart umfasste: „Hier haben wir einen wirklich guten Gebrauchten bekommen“, meinte er mit einem Augenzwinkern in Richtung Albert Huber. Eher nicht zum Lachen waren die Bilder von einigen Einsätzen im letzten Jahr, teils schweren Unfällen oder dem Hochwasser in Polling. Doch auch das gehört zu einer Jahreshauptversammlung, nicht zuletzt um den anwesenden, nicht aktiven Feuerwehrlern und Vertretern der Stadt zu zeigen, was diese Freiwilligen tagtäglich leisten.

Einer, der seit nunmehr gut 50 Jahren viel für die Floriansjünger geleistet hat und sich auch heute noch engagiert, wurde mit höchsten Würden bedacht: Die Schongauer Feuerwehr ernannte Fritz Lutzenberger für seine jahrzehntelangen Verdienste zum „Ehrenkommandanten“. Er machte sich nicht nur bei der Kreisbrandinspektion einen Namen und hatte dort verschiedene Ämter inne, er war auch zwölf Jahre lang Kommandant der Schongauer Wehr und bewegte dort viel, wie Daniel Mahl in seinen Dankesworten zusammenfasste. Sichtlich gerührt nahm Lutzenberger die Ehrenurkunde entgegen und betonte: „Die Feuerwehr gehört zu meinem Leben.“
Dieser Satz könnte auch zum evangelischen Pfarrer Dirk Wollenweber passen, der die Fahrzeugweihe vornahm. Als ebenfalls „Ersatzbeschaffung“ bezeichnete er sich selbst, da die Schongauer Geistlichen derzeit in Klausur verweilen und deshalb keine Zeit hatten. Doch wer könnte ein neues Einsatzfahrzeug besser mit guten Wünschen bedenken, als ein Pfarrer, der selbst aktiver Feuerwehrmann ist und als Notfallseelsorger arbeitet? Er weiß um die Verantwortung der Floriansjünger und wählte den Bibelspruch: „Ihr aber seid getrost und tut eure Hände nicht ab; denn euer Werk hat seinen Lohn.“ Dieser steht nun gut sichtbar auf einem kleinen Seitenfenster des Caddys und soll die Menschen bei allen Einsätzen gleichermaßen schützen und ermutigen. Damit sie auch in diesem Jahr ihre Kameradschaft aufrechterhalten und alle anstehenden Herausforderungen meistern, treu ihrem Spruch: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

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