Hochwassereinsatz

Datum: 23. August 2005 
Alarmzeit: 11:00 Uhr 
Alarmierungsart: Telefonische Alarmierung 
Dauer: 16 Stunden 
Art: Tel  
Einsatzort: Schongau / Landkreis 
Mannschaftsstärke: 23 
Fahrzeuge: LF 16/12, RW 2, Vers.-LKWalt, KdoW-alt, MZF 
Weitere Kräfte: Landratsamt, Polizei 


Einsatzbericht:

Führungskräfte der Feuerwehr Schongau waren aufgrund der zum Teil dramatischen Entwicklungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und im östlichen Bezirk des Landkreises Weilheim-Schongau alarmiert und beobachteten aufmerksam die Entwicklungen und möglichen Folgen für den Bereich Schongau. Als erste Maßnahme wurden die Ersatzdienstleistenden und freie Einsatzkräfte für Vorbereitungen ins Feuerwehr-Gerätehaus gerufen. Doch vor Beginn der Maßnahmen wurde die Wehr bereits in der Rösenau bei einem umgestürzten über der gesamten Straßenbreite liegenden Baum benötigt. Nach der Beseitigung des Baumes wurde zunächst der Notvorrat an Sandsäcken, der am Vortag bei einem Einsatz völlig aufgebraucht worden war, ergänzt. Keine Sekunde zu früh, denn noch während dem Einrücken wurde die Wehr zu einem vollgelaufenen Kellergeschoß im Schützenheim gerufen. Der Grundwasserspiegel, am direkt hinter dem Damm am Lech liegenden Schützenheim, war stark angestiegen und war über die Höhe der Schwelle einer Tür im rückwärtigen Gebäudeteil gestiegen und so drang Wasser ein. Das Wasser im Gebäude wurde beseitigt und das Wasser vor der Tür abgepumpt um die Tür von außen mit Sandsäcken und Folien abdichten zu können, bevor das Wasser wieder ansteigen konnte. Den ganzen Tag hatte es weiter geregnet und so stieg auch der Lech weiter an. Die Einsatzleitung beobachtete ständig die Pegelstände und begann mit planerischen Vorbereitungen für weitere Maßnahmen im Falle der Ausuferung des Lechs. Inzwischen trafen Notrufe vom Bootshaus am Lido und vom Plantsch in der Lechuferstraße ein. Gemeinsam mit den Betreibern und der Polizei wurden neuralgische Punkte beobachtet und Maßnahmen abgesprochen. Am Bootshaus wären unter anderem ein vollbeladener LKW-Hänger und am Plantsch neben den technischen Anlagen vor allem die Fahrzeuge der etwa 1.200 Besucher gefährdet gewesen. Die Anwohner in der Peitinger Straße wurden noch vor dem Erreichen einer kritischen Marke informiert und ihnen wurde empfohlen ihre Fahrzeuge umzuparken, Öltanks zu sichern und Kellerräume ggfs. auszuräumen. Zum Glück wurden die kritischen Marken in Schongau nicht erreicht. Zur Unterstützung der Einsatzkräfte im östlichen Teil des Landkreises rückten Frauen und Männer der Schongauer Wehr mit dem Versorgungs-LKW nach Freising aus und transportierten insgesamt 34.000 Sandsäcke nach Weilheim.